“Abkassiert, statt reformiert” – Kritik an Gesundheitsreform reißt nicht ab

Der Marburger Bund der Klinikärzte hat zu einem Boykott der Gesundheitsreform aufgerufen. Adressaten sind Mediziner, die gesetzliche Krankenkassen, die privaten Krankenversicherungen und Krankenhäuser. Der vorsitzende des Marburger Bundes, Frank Ulrich Montgomery kritisiert das Reformvorhaben der Bundesregierung: “Hier wird abkassiert, nicht reformiert.” Er erwähnt in diesem Zusammenhang die erhöhten Zuzahlungen, die auf die Patienten hinzukommen, sowie den Verlust der Freiberuflichkeit der Ärzteschaft durch die zunehmende Einflussnahme des Staates. Das Reformvorhaben der Bundesregierung sei keine “echte Reform”, sondern diene nur dem Machterhalt von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) und Vizekanzler Franz Müntefering (SPD).

Das Bundesgesundheitsministerium kontert: Der Boykottaufruf sei maßlos und verwerflich. Schließlich stehe die Gesundheitsreform im Gesetzblatt und sei somit ein Gesetz des Parlaments.

Anhaltende Kritik kam abermals von der Bundesärztekammer. Sie warnt vor einem Zusammenbruch der flächendeckenden medizinischen Versorgung. Weiterhin befürchtet sie das Entstehen einer “Wartelistenmedizin”.

Auch der Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) kritisierte das Vorhaben. Das Ziel der Gesundheitsreform, die Senkung der Lohnnebenkosten, werde ins Gegenteil verkehrt, sagte vzbv-Vorstand Edda Müller.

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