Die medizinische Versorgung in Deutschland gehört zu den besten der Welt. Trotz vieler Probleme gibt es ein funktionierendes, flächendeckendes Netz von Ärzten und Krankenhäusern, die jedem zur Verfügung stehen. Stabil bleibt das Niveau der Versorgung durch die zwei Komponenten des Gesundheitssystems, die gesetzlichen Krankenkassen und die private Krankenversicherung.
Die privat Krankenversicherten tragen mit höheren Honoraren zu diesem hohem medizinischen Standard bei. Die zusätzlichen Mittel, die das Gesundheitssystem stark machen, haben zum ersten Mal die Zehn-Millionen-Grenze überschritten. Die Berechnung des sogenannten Mehrumsatzes: Die Aufwendungen der privat Versicherten werden mit den Ausgaben verglichen, die eine gesetzlich versicherte Person für die gleichen Leistungen gehabt hätte. Diese Zahlen werden in jedem Jahr vom Wissenschaftlichen Institut der PKV (WIP) kalkuliert. Grundlage ist die Schadenstatistik des Verbandes der privaten Krankenversicherung einerseits, die Zahlen der gesetzlichen Krankenversicherung andererseits stammen aus dem Risikostrukturausgleich.
Die Betrachtung dieser Zahlen für das Jahr 2007 zeigt einen Trend, der bereits seit Jahren deutlich wird. Der Abstand zwischen den privaten und gesetzlichen Ausgaben wird größer. Im Vergleich zum Vorjahr hat das WIP einen Anstieg der Mehrausgaben um über acht Prozent festgestellt. Sie liegen bei 10,48 Milliarden Euro. Bei solchen Zahlen kann man durchaus sagen, dass auch die privat Versicherten in zunehmendem Maß das Gesundheitssystem finanzieren.
Ein erheblicher Anteil dieser Gelder entfällt auf die ärztlichen Honorare. Die Arztpraxen sind auf die insgesamt knapp fünf Milliarden Euro angewiesen. Ohne die „Quersubventionierung“ wäre so manche Praxis am Rand ihrer Existenz stehen. Das kann man leicht daran festmachen, sieht man sich ein Vergütungsbeispiel an. Ein Arzt erhält für eine Magnetresonanztomografie (MRT) des Beckens bei einem gesetzlich Versicherten rund 140 Euro. Für einen Privatpatienten erhält er – den Höchstsatz vorausgesetzt – für die gleiche Untersuchung 460 Euro. Ein zwar extremes, aber durchaus typisches Beispiel.
Nicht nur bei den ärztlichen Honoraren, auch bei den Arzneimitteln und Impfungen, bei stationären Behandlungen und in der Zahnmedizin wird der Mehrumsatz deutlich. Diese Zahlen liefern den schlüssigen Beweis, dass die Existenz der privaten Krankenversicherung unumgänglich notwendig ist und zur Sicherung des Gesundheitssystems erheblich beiträgt.