Private Krankenversicherung kämpft gegen Komasaufen

50 Millionen Euro ist den privaten Krankenversicherern (PKV) der Kampf  gegen den Alkoholmissbrauch bei Jugendlichen wert. Zusammen mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) startet die PKV ein Präventionsprojekt mit dem Motto: “Alkohol? Kenn dein Limit”.

Die BZgA hat schon länger ein Angebot für Erwachsene unter dem gleichen Titel ins Leben gerufen. Das soll nun durch ein Projekt für Jugendliche ergänzt werden. Über fünf Jahre hinweg will nun die PKV mit 50 Millionen Euro gegen das “Komasaufen” von Jugendlichen angehen. Im Visier der Präventionsmaßnahmen sind Jugendliche und Heranwachsende zwischen 16 und 20 Jahren. Kino und Internet sollen die Medien sein, in denen die Zielgruppe angesprochen werden soll. Auch soll es Plakatwerbung und Aktionen in Discos, Clubs und in den Schulen geben.

Die Drogenbeauftragte der Bundesregierung, Sabine Bätzig, sieht auch weiterhin großen Bedarf an solchen Maßnahmen. “Der Trend zum exzessiven Trinken bei Jugendlichen ist nach wie vor ein großes Problem.” Zur Unterstützung ihrer Ansicht gibt es Zahlen: Jeder fünfte Jugendliche war im letzten Monat wenigstens einmal betrunken. Im Jahr 2007 mussten 23.000 Kinder und Jugendliche mit Alkoholvergiftungen stationär behandelt werden, eine Steigerung zum Jahr 2000 um 143 Prozent.

Volker Leienbach, Direktor des PKV-Verbandes, machte deutlich, dass seine Branche einen freiwilligen Beitrag zur Alkoholprävention leisten wolle. Damit wolle man auch ein Zeichen gegen die ständigen Versuche setzen, ein Präventionsgesetz zu etablieren. “Eine erfolgreiche Präventionsarbeit braucht kein Präventionsgesetz.” Eigentlich, so Volker Leienbach, sei Prävention ein individueller Anspruch und damit eine gesellschaftliche Aufgabe, die gerechterweise aus Steuermitteln finanziert werden müsste.

Doch trotzdem sind sich die Unternehmen der PKV ihrer gesellschaftlichen Verantwortung bewusst und bekennen sich dazu. Das macht das Engagement beim Kampf gegen den Alkoholmissbrauch deutlich. Bereits im Jahr 2008 hatte die PKV die Mittel für die Kampagne unter der Bedingung in Aussicht gestellt, dass es kein Präventionsgesetz geben würde. Der PKV-Direktor erwartet ähnliche Erfolge wie von den Aktionen der BZgA gegen das Rauchen. Er ist fest davon überzeugt: “Alkoholmissbrauch lässt sich durch Prävention erfolgreich bekämpfen.” Es wäre menschlich, gesellschaftlich und politisch zu hoffen, dass er Recht behält.

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