Gesundheit: Qualität hat ihren Preis

Viele Privatpatienten sind von Beitragsanpassungen betroffen. Im April und im Mai werden bei einigen Versicherungsgesellschaften die Beiträge angepasst. Die Steigerungen reichen von wenigen Prozent bis hin zu kräftigen Preisanstiegen. Ausschlaggebende Faktoren sind hierfür vor allem die einzelnen Tarife.

Bereits zum Jahreswechsel hatten viele privat Versicherte Beitragsänderungen hinnehmen müssen. Zum Frühjahr ziehen nun einige Gesellschaften nach. Die Preissteigerungen fallen je nach Tarif und Gesellschaft sehr unterschiedlich aus. Abermals wird hier deutlich, dass die private Krankenversicherung nicht von der allgemeinen Kostenentwicklung im Gesundheitswesen verschont bleibt. Doch private Anbieter, die ihre Beiträge nicht entsprechend anpassen, würden langfristig unwirtschaftlich und damit zulasten ihrer Versicherten arbeiten.

Viele Versicherte betroffen

Die Beitragsanpassungen machen weder vor der privaten noch der gesetzlichen Krankenversicherung halt. Beide Gruppen müssen teilweise empfindliche Preisanstiege hinnehmen. In der gesetzlichen Krankenversicherung sind mehrere Millionen Versicherte von den Zusatzbeiträgen betroffen. Die Erhöhungen betragen hier je nach Einkommen und Krankenkasse zwischen 6 und 14 Prozent.

Ähnliche Anpassungen müssen auch die privat Versicherten hinnehmen. Die Preisanstiege betragen zwischen 1 und 20 Prozent. Teilweise sind in der Spitze bei einigen Tarifen sogar bis zu 45 Prozent mehr Geld fällig. Aber auch Preissenkungen sind möglich, insbesondere bei Frauen.

Politik schaut weg

Viele Versicherte fühlen sich bei der Beitragsentwicklung sowohl in der gesetzlichen als auch in der privaten Krankenversicherung von der Politik allein gelassen. Erst kürzlich hatte die SPD-Fraktion im Bundestag eine kleine Anfrage an die Regierung gestellt und nach Erkenntnissen über und Maßnahmen gegen die Preisanstiege in der privaten Krankenversicherung nachgefragt. In ihrer Antwort verweist die Bundesregierung nur lapidar auf „vielfältige Ursachen“ der Preisanstiege. Dazu zählen z.B. Kostenentwicklungen, Veränderungen im Leistungskatalog und der demografische Wandel. Genaue Aussagen ließen sich aufgrund der Tarifvielfalt und der schlechten Vergleichbarkeit von gesetzlicher und privater Krankenversicherung nicht treffen, so die Aussage des Gesundheitsministeriums.

PKV-Lockangebote im Internet

Aufgrund des Sparzwangs sollen zahlreiche Angebote von privaten Krankenversicherungen im Internet neue Kunden locken. Doch hier ist meist Vorsicht geboten. Die Tarife für rund 50 Euro im Monat beinhalten oft einen stark eingeschränkten Leistungskatalog und nicht selten hohe Selbstbeteiligungen. Die Versicherungsgesellschaften selbst beäugen diesen Trend eher mit Skepsis, denn sie wollen mit ihrem Angeboten eher die qualitätsbewusste Kundschaft ansprechen. Ein solider Vergleich der verschiedenen Tarife und Anbieter ist daher unerlässlich.

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