Enttäuschung über die Gesundheitspolitik und vor allem große Ernüchterung in Bezug auf die gemachten Versprechungen im Zuge der letzten Gesundheitsreform – das sind die herausragenden Ergebnisse einer neuen Meinungsumfrage. Ausgeführt wurde die Umfrage vom Meinungsforschungs-Instituts TNS Emnid, beauftragt hat die demoskopische Erhebung die Central Krankenversicherung AG. Es wurden 1.000 Bürger ab 14 Jahren telefonisch befragt.
Zwei Drittel der Umfrageteilnehmer sind der Überzeugung, dass die letzte Gesundheitsreform weit hinter den Erwartungen zurückgeblieben ist. 65 Prozent der Bürger sind offensichtlich der Überzeugung, dass die Versprechungen der Politiker der Realität nicht standhalten können. Die gesamte Situation in der Vergangenheit hat dazu geführt, dass nun etwa 93 Prozent der Bundesbürger den Aussagen und Versprechungen der Politiker nicht mehr glauben, zumindest was die gesundheitspolitischen Stellungnahmen angeht. Die Akzeptanz der letzten Gesundheitsreform ist offensichtlich so gering, dass mehr als 80 Prozent der Umfrageteilnehmer der Meinung sind, dass eine weitere Gesundheitsreform nicht zu umgehen sei.
Fast ebenso groß ist der Anteil derer, die den Erhalt der privaten Krankenversicherung (PKV) fordern. 79 Prozent der Befragten wollen auf keinen Fall die Abschaffung oder Aushöhlung der PKV aus. Der Vorstandsvorsitzende der Central Krankenversicherung Dr. Joachim von Rieht fordert auf diesem Hintergrund die Bundesregierung auf, bei der nächsten Reform mehr Augenmerk auf die Qualität und Finanzierbarkeit zu lenken. Für den Central-Vorsitzenden ist das die Voraussetzung für ein auch in der Zukunft gut funktionierendes Gesundheitssystem. Nur so kann seiner Ansicht nach die Forderung nach dem Erhalt der PKV Rechnung getragen werden. Denn immerhin würden fast 50 Prozent der Befragten in die PKV wechseln, wenn sie die Voraussetzungen hätten.
Die wichtigsten Forderungen wurden bei der Befragung auch deutlich. Freie Arzt- und Krankenhauswahl, Leistungserweiterung beim Impfschutz, der Schmerzmedizin und bei demenziellen Erkrankungen sowie der Zugang zu neuen Therapien und zur Spitzenmedizin liegen in der Einschätzung der Befragten weit vorn. Das alles waren Versprechungen der letzten Gesundheitsreform, doch es wurde davon längst nicht alles umgesetzt. Politiker sollten ihre Versprechen besser dosieren und überlegen, sonst könnten aus den 93 Prozent der Ungläubigen leicht 100 Prozent werden.