Die große Krise schlägt inzwischen auf alle Lebensbereiche durch. So manches Unternehmen muss sich strecken, um die Folgen der Krise auszuhalten oder gegenzusteuern. Was machen die privaten Krankenversicherungsunternehmen unter Krisenbedingungen? Die Ratingagentur Fitch sieht die private Krankenversicherung (PKV) gut aufgestellt.
Die Krise jedenfalls tangiert die PKV nicht so arg. Die Versicherten der PKV gehören in der Regel zu den “Besserverdienern”, die auch in der Krise nicht um ihren Job fürchten müssen. Möglicherweise aber ist die PKV von den Verlusten am Aktienmarkt betroffen, denn das Geld der privaten Versicherer wird auch auf dem Kapitalmarkt angelegt.
Doch die Analysen der Ratingagentur Fitch haben ergeben, dass die Risikobereitschaft der privaten Krankenversicherer zum Glück nicht sehr ausgeprägt ist. Sie legen die Gelder noch konservativer als die Lebensversicherer. Das bescherte ihnen im Jahr 2008 eine Nettoverzinsung von 3,8 Prozent. Wenn es auch 2007 noch 4,8 Prozent waren, so ist man doch von einem Einbruch weit entfernt. Verluste wird es nicht geben, meint Fitch, denn die finanzielle Ausstattung der Unternehmen ist sehr gut. 2007 betrug der Überschuss über 500 Millionen Euro.
Die staatlichen Bürgschaften sind allerdings auch für die PKV und ihre Finanzen unabdingbar. Denn wenn eine Bank, bei der PKV-Geld angelegt ist, in die Pleite gehen sollte, gehen auch diese Gelder verloren. Doch mit dem staatlichen Schutz gibt es da keine aktuelle Gefahr. Vielleicht aber schlägt die Krise auf der einen Seite und die politisch gewollten Hindernisse andererseits für die PKV doch zu, denn das Geschäft mit den Neuversicherungen scheint zumindest im laufenden Jahr ins Stocken geraten zu sein. Doch die Aussichten für 2010 sind um einiges besser, denn dann können die ersten, die von der dreijährigen Wartefrist betroffen sind, von der gesetzlichen Krankenversicherung in die PKV wechseln.